Filzprojekt in Rumänien

Während einer Reise in Rumänien im Jahre 2000 habe ich Heltau - eine Kleinstadt 9 km von Hermannstadt / Sibiu entfernt - kennen gelernt und tiefere Einblicke in die Lebensverhältnisse der Menschen nehmen können. Damals waren nach der Schließung mehrerer Textilfabriken 70% der Einwohner arbeitslos, ohne soziale Absicherung.
  Als Selbsthilfe von der evangelischen Kirche initiiert, gab es eine kleine Handweberei, in der arbeitslosen Frauen Hilfe mit „ Rat und Tat“ angeboten wurde. Als Textilerin mit langjähriger Weberfahrung hat mich dieses Projekt sehr beeindruckt. Ich hielt Kontakt und habe von 2002 - 2004 jedes Jahr 6 Wochen lang mit 2-4 Frauen gefilzt, d.h. sie in Grundtechniken eingeführt und mit ihnen Produkte entwickelt, die an Touristen verkauft werden. Diese Einkünfte haben die wirtschaftliche Basis des Gesamtprojektes stabilisieren können.
 Wir haben „Paputsch“-Schuhe, Taschen und Wandbehänge gefilzt. Begeistert waren die Frauen über Buntes und Florales und ich habe verstanden, dass damit ein Stück Lebensfreude gegen die desolate Situation des Alltags gesetzt wurde. In den Wandteppichen drückt sich die Sehnsucht nach Wärme, Farbigkeit und Harmonie aus.
 Aus dem Selbsthilfeprojekt für arbeitslose Frauen ist eine Firma geworden. Die Frauen sind nicht mehr arbeitslos sondern fest angestellt.
 S. Bericht Textilforum Juni 2002.